Spolupracujeme s moderním SKI-AREÁLEM skijested.cz
Hotel Tour Jested
Presented by Ještěd s.r.o.      Company Ještěd s.r.o.  
csende
Facebook

ubytování a restaurace Liberec

hotel Liberec

Der Liberecer Kammweg

Der Liberecer Kammweg

 

   Liberec – Machnin (Bahnstation, grüner Weg) – Srni sedlo (Wegkreuzung) 3 km – Rozsocha 1 km – Pass Cerna hora 4 km – Pass Na Vyprezi (Wegkreuzung, gelber Weg) 6 km – Kamenna vrata 6,5 km – U Cerveneho kamene (Wegkreuzung, roter Weg) 7,5 km – Weggabelung unterhalb des Jesteed-Gipfels (Abzweig zum Gipfel) 9 km – Jested-Gipfel 9,5 km

   Sehr beliebte, jedoch wegen des relativ großen Höhenunterschiedes (etwa 700 m) recht anstrengende Wanderroute der Liberecer, die die saftigen Neißeaue bei Machnin mit den höchsten vom Wind gebeutelten Partien des Jested-Kamms verbindet.

Von der Bahnstation Machnin (Machendorf) verläuft der markierte Weg direkt auf der Verbindungsstraße nach Krystofovo Udoli (Christophsgrund). Wir durchqueren den Hain bis zu den an der Wende des 19./20. Jahrhunderts für die Arbeiter der nahe gelegenen Textilfabrik errichteten Mietskasernen. Die Fabrik im Neißetal unterhalb der Burg Hamrstejn (Hammerstein) entstand 1826 als eine der allerersten Textilfabriken um Liberec (Reichenberg). Die ursprünglichen Eigentümer Siegmund und Neuhäuser verkauften die Fabrik später an Adolf Schwab. Dieser ließ 1882 von dem Reichenberger Bauunternehmen Gustav Sachers an der Straße neben der Fabrik ein sehr romantisches Schlösschen errichten, das von einer mächtigen Mauer umgebenen wird, die die mittelalterliche Befestigung der nahen Burg Hamrstejn imitiert (Tor, Schießscharten usw.). An der Fachwerkpforte des für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Geländes verläst der grüne Weg die Straße und biegt in den Wald ab. Es folgt ein recht steiler Anstieg durch Mischwald bis zur Eisenbahnstrecke, hinter der wir den wertvollsten Teil des Jested-Gebirges betreten – das Naturschutzgebiet Karlovske buciny (Buchenwälder von Karlov). Auf dem gelben Weg (siehe Wanderung Nr. 7) durchqueren wir das Schutzgebiet und erreichen den Pass Srni sedlo, von wo aus Wege und Forststraßen in alle Richtungen verlaufen. Der grüne Weg steigt von hier aus – teilweise durch Holwege führend – auf den Gipfel des Bergs Rozsocha (767 m), der einst nach dem alten Maß sah (Klafter) Trisaznik (Dreiklafterberg) hieß.

Die Neiße unterhalb von Hamrstejn

Die Neiße unterhalb von Hamrstejn

   Vom Berg Rozsocha fällt der Weg und führt ohne größeren Höhenunterschied über den Gipfel des Bergs Kaliste (745 m), der früher den tschechischen Namen Souplace hieß und eine Ableitung des ursprünglich deutschen Namens Sauplatsche war. Am Südhang des Berges befinden sich die markanten Metabiabas-Felsen Ptaci kameny.

   Langsam nähern wir uns dem Pass am Cerna hora (Schwarzer Berg), wo unser Weg von der stillen Forststraße nach Krystofovo Udoli gekreuzt wird. Die Kreuzung mit Tisch und Sitzgelegenheit auf einer Lichtung mitten im dichten Fichtenwald lädt direkt zu einer Pause vor dem steilen Aufstieg auf den Gipfel des Cerna hora (811 m) ein. Der Schwarze Berg ist der markanteste Gipfel in diesem Teil der Kammwanderung. Der Doppelgipfel hat von Liberec aus gesehen eine markante Sattelform. Am nördlichen Gipfel liegt ein riesiges Schotterfeld mit mehreren hervortretenden Felsen (abseits des grünen Wegs, Besichtigung über Waldweg vom Pass Cerna hora zum Pass Na Vyprezi möglich). Unmittelbar unter dem Gipfel steht in einer starken Steigung ein aus dem 18. Jahrhundert stammender Grenzstein. Vom Gipfel aus teilweise Aussicht auf Liberec und in entgegen gesetzter Richtung nach Westen. Erwähnenswert ist, dass sich einige hundert Meter entfernt am Westhang die Quelle des Rokytka-Bachs entspringt, der später durch Krystofovo Udoli durchfließt.

Hügel auf dem Cerna hora (Schwarzer Berg)

Hügel auf dem Cerna hora (Schwarzer Berg)

   Wir steigen auf dem Waldweg abwärts und verlassen den Wald schon bald am Pass Na Vyprezi (769 m). Die Bezeichnung Vyprez (Ausspanne) stammt aus der Zeit als die Fuhrleute hier ihre im Podjestedi zur Überwindung des steilen Berges angemieteten Vorspannpferde wieder ausspannten. Die ältere an balzende Auerhähne erinnernde Bezeichnung Tetrevi sedlo (Auerhahnsattel) wird heute seltener verwendet. (Am Abhang des Bergs Cerna hora befindet sich eine Stelle mit ähnlicher Bezeichnung - Tetrevi tok/ Auerhahnbalz.) Die Hauptstraße, die Liberec mit dem Podjestedi verbindet, wurde von 1863 bis 1867 errichtet. Doch es gab schon zuvor ältere Straßen. Am Pass Na Vyprezi befand sich früher die kleine Wippelbaude, von der nur der heute von einem Imbiss genutzte Keller übrig geblieben ist.

   Ein interessantes Denkmal ist auch der steinerne Obelisk – ein historischer Wanderwegweiser vom Beginn des 20. Jahrhunderts mit einem eingemeißelten vierzackigen Kamm als Markierung des Kammwegs.

Wegweiser am Pass Na Vyprezi

Wegweiser am Pass Na Vyprezi

   Am Pass Na Vyprezi beginnt auch einer der beiden neuen, vom Gebirgsverein für das Iser- und Jeschkengebirge im Jested-Gebirge angelegten Lehrpfade. Der Lehrpfad Jested- Terrassen ist 13 km lang und führt auf gleicher Höhe um den Gipfel herum und besitzt 12 Stationen, die über die natürlichen und historischen Besonderheiten des Naturparks Jested und dessen Umgebung informieren.

   Unser Weg verbindet sich mit dem ersten Teil des gelb markierten Lehrpfads auf dem wir hinter dem Parkplatz durch dichten Fichtenwald laufen und nach kurzer Zeit zu einer der schönsten Steinformationen des Jestedi gelangen – zum Steintor/Kamenna vrata (siehe unten). Wir setzen den Weg über den nicht sehr bekannten Westhang des Jested mit vielen guten Aussichten in das Podjestedi, das Bergland bei Ralsko und das Lausitzer Gebirge fort.

   Links tauchen die gewaltigen Felsen des Bergs Cerveny kamen (841m) auf, der nach den deutlich sichtbaren oxidierten Eisenschichten benannt ist, die die weißen Quarzit-Felsblöcke bedecken. Der Cerveny kamen ist eine der markantesten Quarzit-Formationen des südwestlichen Jested-Hangs und ist vom gesamten Podjestedi aus zu sehen. Der Quarzit enthält lokale Einschlüsse von reinem weißen Quarz mit dem auch manche Spalten gefüllt sind.

   Hier erreichen wir den roten Weg und gehen bergaufwärts am Flieger-Hügel (Mohyly letcu) vorbei – siehe Wanderung Nr. 5 – zur Weggabelung unterhalb des Jested-Gipfels. Den Jested (1.012 m) ersteigen wir über einen durch Zwergkiefern führenden Weg.

   Kamenna vrata (Steintor)
   Das Steintor ist eine weithin sichtbare und dank der ungewöhnlichen Form tatsächlich auch eine der schönsten Felsformationen in der Umgebung des Jested-Gipfels. Die einzeln stehende Quarzitwand mit dem großen Felsentor ist etwa 16 m lang und an der höchsten Stelle etwa 8 m hoch. Eine so seltsame Felsformation wie das Steintor erregte seit jeher die Phantasie der Menschen. Der Förster Höbel aus Horeni Paseky führte im 19. Jahrhundert die Schriftstellerin Karolina Svetla hierher, die von dem Steintor so bezaubert war, dass sie eine der Schmugglerszenen im Libretto zur berühmten Oper Hubicka hier situierte.

   Über das Steintor und seine Umgebung werden auch einige Sagen über Teufel und Satane erzählt. Einige hundert Meter südwestlich vom Steintor befindet sich nämlich im Wald eine gewaltige Felsenkette mit dem offiziellen Namen Dulni skaly, die im Volksmund aber häufiger mit Kukstejn – deutsch Guckstein – bezeichnet werden. In einem der Felsen verbirgt sich auf der am schlechtesten zugänglichen Seite ein kurzer, aber sehr geheimnisvoller Stollen das Kuksloch, in dem der Jeschkengeist – eine Art Rübezahl – gelebt haben soll. Den Sagen zufolge sind in windigen Nächten zwischen Guckstein und Steintor Bergzwerge zugange und bewachen eine in einem bisher nicht entdeckten verschütteten Stollen befindliche Schatzkammer voller Gold und Silber. Anderen Sagen zufolge finden hier Hexentreffen statt. Zu solcher Zeit soll über dem gesamten Gebirge eine wilde fliegende Jagd stattfinden: ein von einem Hunderudel begleiteter wilder Förster hetzt einen Hirsch mit einem goldenen Kreuz im Geweih.

Steintor (Kamenna vrata)

Steintor (Kamenna vrata)